Konrad Koch: Das ist der Name eines deutschen Lehrers, von dem man sagt, er habe 1874 den Fußballsport nach Deutschland gebracht. Zur damaligen Zeit war das klassische Turnen die nahezu einzige sportliche Betätigung, die gesellschaftlich akzeptiert wurde – bis der Lehrer 1872 zusätzlich zum klassischen Turnsport die Schulspiele ins Leben rief. Zusammen mit seinem Kollegen August Hermann, der sich einen echten Fußball aus England besorgt hatte, organisierte Konrad Koch im Herbst 1874 die erste Partie Fußball auf deutschem Boden.

Startschwierigkeiten

Daraufhin wurde der Mannschaftssport zunächst ausschließlich als Sportart für Schüler und Jugendliche angesehen. Der erste Herren-Verein entstand erst zwei Jahrzehnte später. Damals gab es jedoch aufgrund der geringen Freizeit, die die Menschen zur Verfügung hatten, wenig Gelegenheit, irgendwelche Aktivitäten wie den Fußballsport zu betreiben. Darüber hinaus kämpfte der Fußball mit einem Image-Problem: Im deutschen Kaiserreich wurde der Sport häufig als englische Krankheit betitelt. Zum Zuschauersport entwickelte er sich jedoch erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges.

Zuschauerboom

Als – zumindest formal – der Acht-Stunden-Tag eingeführt wurde, hatten die Menschen in Deutschland nach getaner Arbeit nun auch noch Zeit, zum Fußball zu gehen. Was dazu führte, dass sich zwischen den Weltkriegen ein enormer Zuschauerboom entwickelte. Die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft wurden von über 50.000 Zuschauern besucht.

Die Entwicklung zu unserer Fankultur

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges orientierte sich das Bild der Zuschauer mehr an dem des englischen Fußballs. Aber auch wenn es auf den Rängen bereits vereinzelte Anfeuerungsrufe gab, waren wir von unserer heutigen Fankultur noch weit entfernt. Dies änderte sich mit dem Start der Bundesliga 1963 sowie der Fußball-WM 1974 im eigenen Land. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde unsere Fußballkultur immer mehr durch neue junge Anhänger, Gesänge und mit der Zeit auch Choreografien zu dem, was wir heute kennen.

Nach all diesen Entwicklungen lässt sich jedoch nicht von der Hand weisen, dass die deutsche Fankultur massiv von der englischen geprägt und beeinflusst wurde.