An der Dærtahytta, Norwegen, Foto: Martin Hülle
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Editorial #1 – Vom Erwachsenwerden

Alles begann vor über 25 Jahren, im August 1991. Ich war gerade mal 17 Jahre alt und wanderte auf dem Kungsleden, Schwedens berühmten „Königspfad“, von Abisko nach Kvikkjokk. Die nordische Einsamkeit brannte sich tief in mir ein. Manchmal fiel es mir schwer, das Alleinsein zu ertragen. Aber ich war gleichsam fasziniert von der Landschaft und der Freiheit, über Berge und durch Täler zu schreiten. Es war der Beginn einer Leidenschaft, die bis heute ungebrochen ist und über die Jahre sogar immer stärker wurde.

„… so langsam gehörte ich zu jenen Menschen, denen zwei Wanderer in einem Tal bereits einer zu viel sind …“

Gegen Ende der Wanderung kam ich am Ostrand des Sarek-Nationalparks vorbei. Für mich schon damals ein Traumland, berüchtigt als weglose Herausforderung und nichts für ein Greenhorn wie mich. Noch nicht. Zwei Jahre später wagte ich mich erstmalig ein Stück hinein in diese weltenferne Wildnis. Mit einem Rucksack voller Respekt und jugendlichem Entdeckergeist, schaffte ich es von Kvikkjokk durch den südlichen Teil des Parks bis zur Kapelle von Alkavare. Dann machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Furcht vor stürmischen Regengüssen, die sich mal wieder zwischen den schroffen Bergen im Sarek entluden, trieb mich in die etwas lieblichere Region Padjelanta und auf gut beschaffenen Pfaden zurück nach Kvikkjokk.

Immerhin: Die anfangs oft bedrückende Einsamkeit machte mir mittlerweile nichts mehr aus, und so langsam gehörte ich zu jenen Menschen, denen zwei Wanderer in einem Tal bereits einer zu viel sind … In den folgenden Jahren legte ich noch unzählige Kilometer in diesem Gebiet zurück, das mir mehr als anderen am Herzen liegt, bin ich in ihm doch am stärksten gereift und erwachsen geworden.

Schneeschuhwandern in Trollheimen, Norwegen, Foto: Martin Hülle

In all dieser zurückliegenden Zeit erlebte ich noch viele weitere Abenteuer, die weit über den Dunstkreis des Kungsleden und Sareks im Fjäll Schwedisch-Lapplands hinausgingen. Wie der Tag zwischen Dærtahytta und Rostahytta im Øvre-Dividalen-Nationalpark, der zu meinen eindrücklichsten Erfahrungen gehört. Oder die Schneeschuhtour durch das Trollheimen-Gebirge, während der ich erstmalig drei Tage am Stück im Zelt festsaß. All diese prägenden Momente hielten mich allerdings nicht davon ab, gerade auch im Winter immer wieder in den Norden aufzubrechen.

Fluchten raus aus der Stadt, raus aufs Land und am liebsten weit hinein in die Wildnis. Mit dem Ziel, Gefühle einzufangen und nachher von den Erlebnissen zu erzählen.

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„Eine Sammlung spannender Geschichten, faszinierender Bildstrecken und informativer Erfahrungsberichte. Draußensein par ex­cel­lence. Voller Emotion und Inspiration.“

StadtLandFlucht erzählt den Traum, hinauszutreten aus der eigenen Haustüre und aufzubrechen in die weite Welt. Flucht aus dem Alltag, der Wunsch nach Abenteuern, das Erleben fremder Kulturen. StadtLandFlucht entführt an nahe und ferne Ziele und berichtet über das Leben jenseits der eigenen vier Wände.

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Martin Hülle

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