Gut ausgerüstet auf Wintertour – Tipps aus dem Schlitten eines Eiswanderers

- Skitour auf der Hardangervidda in Norwegen, Foto: Martin Hülle -
Wer im tropischen Regenwald seine komplette Ausrüstung verliert, wird sich vielleicht seiner Nacktheit schämen, aber, wie einst Rüdiger Nehberg, aufgrund von Survival-Erfahrung dem Dschungel mit etwas Glück entkommen. Ganz anders sieht es in der Eiswüste aus … Wenn ein Sturm das Zelt zerfetzt, der Kocher den Schnee nicht mehr schmelzen will, oder auch nur das einzige Paar Handschuhe im White-Out verloren geht, ist schnell ein Punkt erreicht, wo selbst umfangreiches Wissen allein das Überleben nicht mehr garantiert. Dabei muss es gar nicht der Nordpol sein, Grönland oder das karge Fjäll Skandinaviens. Oft genügen schon wenige Schritte vor die eigene Haustüre, um erfahren zu können, wie sich der Winter anfühlt. Ist man nur für eine kurze Zeit bei Eis und Schnee draußen unterwegs, lassen sich nasse und kalte Füße, eine Jacke, durch die der Wind pfeift, oder eine schlecht geschnittene Mütze noch leicht verschmerzen – zurück in den beheizten vier Wänden wird auch dem durchgefrorensten Wanderer rasch wieder warm. Wer jedoch über mehrere Tage in die Winterwelt hinauszieht, vielleicht sogar Hütten links liegen lässt und die Nächte im Zelt verbringt, für den bekommt die richtige Ausrüstung eine immense Bedeutung.
Nachfolgend geben wir einige Anhaltspunkte zur Auswahl wintertauglicher Ausrüstung, um selbst extremen klimatischen Verhältnissen, wie sie auch bei Wintertouren in Schweden oder Norwegen auftreten können, sicher zu begegnen. Das Beste ist oft gerade gut genug. Jedes noch so kleine Teil muss den Anforderungen gewachsen sein, die schnell über den “Normalgebrauch” einer Sommerunternehmung hinausgehen. Doch wer gut ausgerüstet auf Wintertour geht, wird dem Reiz und der Faszination der kalten Jahreszeit umso mehr erliegen. Denn gibt es etwas schöneres, als das Knirschen des Schnees unter den Füßen, das Glitzern der Sonne in den abertausenden von Eiskristallen, oder mit den Ski eine Spur in den noch jungfräulichen Schnee zu pflügen? Mit dem Wissen um eine Ausrüstung im Gepäck, die einen auch im Sturm bei minus 30 Grad noch beschützen und warm halten wird?!

- Johannes Lang und Georg Sichelschmidt auf dem grönländischen Inlandeis, Foto: Martin Hülle -
Bekleidung
Die Bekleidung muss Schutz vor niedrigen Temperaturen und starkem Wind bieten, der auch “mäßige” -15 °C schnell in lebensbedrohliche -50°C verwandeln kann (Wind-Chill-Faktor). Besonderen Schutz benötigen die Extremitäten und der Kopf, da diese Körperstellen zum einen stark durchblutet werden und darüber sehr viel Wärme verloren geht und zum anderen dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Hände, Füße und die Gesichtspartien sind daher besonders anfällig für Erfrierungen.
Um diesen Anforderungen zu genügen, sollte die Bekleidung nach dem Schichtenprinzip aufgebaut sein: Direkt am Körper sorgt Unterwäsche aus reiner Merinowolle, oder einem Woll-Kunstfasergemisch, für ein warmes und trockenes Gefühl direkt auf der Haut. Wolle besitzt die einzigartige Fähigkeit, Feuchtigkeit zu halten und zu transportieren sowie zugleich auch in feuchtem Zustand zu wärmen (z.B. von Lundhags oder Woolpower). Darüber haben sich als effektiver Schutz gegen den Wind und Kälte Jacken und Hosen aus Softshell-Material bewährt. Nach Möglichkeit sollten diese absolut winddicht, jedoch ebenfalls dampfdurchlässig sein. Um einen Hitzestau bei größerer Anstrengung entgehen zu können, ohne Jacke und Hose ausziehen zu müssen, sollte es möglich sein, beides über große Reißverschlussöffnungen weiter belüften zu können. So kann man zu starkem Schwitzen entgehen, was bei Wintertouren vermieden werden sollte, damit die Bekleidung nicht durchfeuchtet und nachher nur schwer wieder zu trocknen ist. Für besonders extreme Bedingungen mit starkem Sturm, Schnee und Regen empfiehlt es sich außerdem absolut wasserdichte und trotzdem atmungsaktive Bekleidung dabei zu haben (aus Dermizax, Gore-Tex o.ä. Material). Unmodern lang geschnittene Jacken sind von Vorteil – jedoch selten zu bekommen. Bei besonders kalten Bedingungen, während den Pausen und im Lager, bieten zudem warme Daunen- oder Kunstfaserjacken und -westen, sowie entsprechende Hosen zusätzlichen Komfort.

- Daunenjacken bieten Schutz und Komfort bei extremen Temperaturen, Foto: Martin Hülle -
Zum Schutz von Kopf und Händen sollten verschiedene Mützen, Sturmhauben und Handschuhe im Gepäck stecken. An den Händen hat sich ein Lagensystem, vergleichbar dem Rest der Bekleidung, bewährt. Dünne “Unterziehhanschuhe” (Wolle ist auch hier ein gutes Material) schützen auch bei Filigranarbeit vor direktem Hautkontakt mit kalten Materialien. Winddichte und robuste Fingerlinge (idealerweise als Doppelhandschuhe konstruiert – flexibler und leichter zu trocken) sind das A und O (Innenhandschuh aus verstärktem Fleece, Außenhandschuh winddicht und wasserabweisend). Für den Extremfall sollten zudem Fäustlinge zur Hand sein, die am besten warm halten. Bei allen Handschuhen hat sich Leder als optimales Material für die Verstärkungen an Innenhand und Fingern bewährt. Es bleibt auch bei sehr niedrigen Temperaturen flexibel und geschmeidig und ist äußerst abriebfest. Bei Verstärkungen aus synthetischem Material (z.B. “Gummi-Noppen” an dünneren Fleecehandschuhen) läuft man Gefahr, dass sich diese rasch durch den Stockeinsatz beim Skilaufen abreiben. Auf jeden Fall muss für Kopf und Hände Ersatz dabei sein – der Verlust der einzigen Mütze oder des alleinigen Paares Handschuhe kann ansonsten fatale Folgen haben!
Grelles Sonnenlicht oder ein starker Schneesturm erfordern eine Brille für den Schutz der Augen. Ein verlässlicher Schutz gegen die Strahlung hat Vorrang vor modischem Schnickschnack (sehr gute Outdoor-Brillen gibt es z.B. von adidas). Auch hier gilt es, Ersatz dabei zu haben. Besonderes Augenmerk gilt ebenso den Füßen. Wie bei der Unterwäsche sorgen Socken aus Wolle für den nötigen Wärmerückhalt (z.B. von Woolpower). Vor allem bei längeren Touren sollte zwischen einer dünnen und einer dicken Socke eine zusätzliche, absolut wasserdichte, VBL-Socke (Vapor Barrier Liner) getragen werden, um die darüber liegenden Isolationsschichten (Socken, Schuhe) trocken zu halten. Viele kommen mit Gefrierbeuteln zurecht (günstig), andere benötigen Spezialmodelle (z.B. von Exped).
Die Wahl des richtigen Schuhwerks wird maßgeblich von der Art der Fortbewegung, den äußeren Bedingungen und der Länge des Aufenthalts in Schnee und Kälte bestimmt. Ist bei mäßigen Minusgraden und einer Tagestour meist ein normaler Wanderschuh noch ausreichend, erfordern arktische Temperaturen oder Mehrtagestouren spezielle Winterstiefel mit eigener Isolationsschicht. Ist man zu Fuß oder mit Schneeschuhen unterwegs, empfehlen sich hohe Stiefel mit wasserdichtem Unterteil und herausnehmbaren Innenschuhen (z.B. von Lundhags). Einige Infos zu Skischuhen folgen weiter unten.

- Zeltlager im schwedischen Jämtland, Foto: Martin Hülle -
Lager
Wohl dem, der bei einem tobenden Schneesturm in einer heimeligen Holzhütte zur Ruhe kommt. Wer sich stattdessen in einem Zelt den Naturgewalten stellt, sollte ohne eine absolut zuverlässige Stoffhütte nicht in die Wildnis aufbrechen. Das Zelt muss stärksten Stürmen standhalten und gleichzeitig leicht und geräumig sein. Als Faustregel gilt: Wer das Zelt stationär als Basislager nutzt, ist mit einem Kuppelzelt bzw. Geodäten besser bedient. Es hält Schneelasten optimal Stand – bei allerdings höherem Gewicht. Bei einer Tour, die einen täglichen Auf- und Abbau des Zeltes erfordert, sind hingegen Tunnelzelte von Vorteil, da sie über das bessere Raum- zu Gewichtsverhältnis verfügen. Im Notfall muss eine Person das Zelt auch alleine aufbauen können. Allen voran haben sich hier die Zelte der schwedischen Firma Hilleberg auf unzähligen Expeditionen bewährt. Stabilität und Raumangebot bei minimalem Gewicht und Packmaß suchen ihresgleichen.
Wer sich dann in Angesicht frostiger Temperaturen im Schlafsack verkriecht, sieht sich mit einem Problem konfrontiert: Feuchtigkeit. Bei sehr starken Minusgraden befindet sich der Taupunkt – jene Temperatur, bei der Wasserdampf flüssig wird – im Schlafsack, meist auf der Innenseite der Außenhülle. Ist es sehr kalt, gefriert das Kondenswasser sogar zu Eis. Auf Dauer kann die Füllung kaum mehr abtrocknen! Der Schlafsack wird immer schwerer, feuchter und büßt seine Isolationsfähigkeit drastisch ein. Abhilfe schafft auch hier, wie zwischen den Socken, ein VBL-Sack, eine wasserundurchlässige Plastiktüte, die alle Feuchtigkeit am Körper hält. Das klingt schlimmer, als es in Wahrheit ist. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, wählt zudem einen zwar schwereren, aber ohnehin nässeunempfindlicheren Kunstfaserschlafsack (z.B. von Nanok). Eine Innovation präsentierte kürzlich Carinthia mit den DIScover Schlafsäcken (DIS steht für Dry Insulation System). Die Daunenschlafsäcke der ECC Expedition Serie besitzen eine zweite, angenähte Außenhülle. Dieses DIScover kann zum Trocknen über eine Reißverschlussöffnung “auf links gedreht werden”: Eis oder Wassertropfen können dann einfach ausgeschüttelt werden und Kondensfeuchtigkeit in der Isolation trocknet sehr viel schneller.

- Im Zelt auf der Hardangervidda in Norwegen, Foto: Martin Hülle -
Küche
In waldigen Regionen besteht selbst im tiefsten Winter die Möglichkeit ein Holzfeuer zu entfachen. Im kargen nordischen Fjäll ist die einzige Wärmequelle hingegen zumeist ein Kocher. Dieser ist überlebenswichtig, muss mit ihm doch der Schnee zu Trinkwasser geschmolzen und eine warme Mahlzeit zubereitet werden. Zuverlässigkeit bei niedrigen Temperaturen und sparsamer Verbrauch sind die wichtigsten Kriterien für die Wahl des Brennstoffs und der Kocher. Benzin ist erste Wahl. (Kocher z.B. von Primus oder MSR). Ersatzteile nicht vergessen! Tipp: Den Kocher im Schnee auf ein Holzbrett stellen (ca. 30×40 cm), damit er nicht einsinkt. Über den Tag halten Thermoskannen die Getränke flüssig und warm.
Transport & Fortbewegung
Bei einer Tagestour oder in alpinem Gelände ist ein Rucksack erste Wahl. Das gesamte Gepäck während einer mehrtägigen oder gar wochenlangen Skiwanderung auf dem Rücken zu schleppen wäre aber äußerst strapaziös, kaum machbar und unnötig. Vor allem in der Weite Skandinaviens empfiehlt sich der Einsatz eines Pulka-Schlittens, mit dem auch große Lasten aus eigener Kraft transportiert werden können. Die beste Auswahl bietet die Firma Acapulka. Vom kleinen, noch bezahlbaren Schlitten für Touren in Skandinavien, bis hin zur riesigen Spezialanfertigung für Expeditionen zu Nord- und Südpol, haben die in Norwegen sitzenden Spezialisten alles im Angebot. Eine günstige Alternative ist der Paris Sled (z.B. bei Globetrotter erhältlich), der sich mit etwas handwerklichem Geschick zu einer Alternative aufrüsten lässt (sehen Sie hier). Auf jeden Fall sollte eine Pulka über ein Gestänge und nicht nur mit Seilen gezogen werden. So bleibt sie meist in der Spur und fährt einem nicht in die Hacken.

- Mit Acapulka und Paris Sled über das grönländische Inlandeis, Foto: Martin Hülle -
Wer sich zur Fortbewegung für Schneeschuhe entscheidet, der sollte unseren Bericht zum Thema Schneeschuhwandern – Erlebnis Winterlandschaften lesen. Dort gibt es vielerlei nützliche Informationen (Link). Fällt die Wahl auf Ski, so sind die bewährten Back-Country Modelle von Fischer (allen voran der E99 Crown) besonders geeignet. Dieser spielt im flachen bis hügeligen Terrain seine Stärken voll aus (ausgenommen sind alpine Skitouren). Bei den Bindungen gibt es die Wahl zwischen modernen Systemen (z.B. NNN – New Nordic Norm) oder klassischen Konstruktionen. Aus eigener Erfahrung empfehlen wir das “alte” System, z.B. mit einer Chili Telemarkbindung von Rottefella. Diese ist robust, einfach in der Handhabung und verlässlich. Versehen mit Steigfellen (z.B. von colltex), bieten die Ski auch bei steilen Anstiegen und mit schweren Schlitten genügend Halt. In flacherem Terrain können die Felle abgenommen werden, damit die uneingeschränkten Gleiteigenschaften der Ski genutzt werden können. Wer nicht in Wachskiste greifen möchte, der wählt Schuppenski. Passendes Schuhwerk für ausgedehnte Skitouren zu finden, ist allerdings gar nicht so leicht. Telemarkschuhe aus Leder, wie sie in Skandinavien gerne eingesetzt werden, isolieren nicht so gut, da sie oft keinen separaten Innenschuh besitzen, und werden rasch feucht und nass (z.B. von Andrew, Garmont, Crispi). Plastikmodelle verfügen zwar über “wärmende” Innenschuhe, sind aber meistens zu steif (z.B. von Scarpa). Gute Alternativen sind der Husky von Lundhags, oder die hervorragenden, allerdings nur als Sonderanfertigung erhältlichen Scarpa Phantom Telemark und Crispi Top Expedition.

- Mit Back-Country Ski über die weiße Weite, Foto: Martin Hülle -
Navigation
In der verschneiten Weite Skandinaviens fehlen häufig eindeutige Fixpunkte, an denen man sich orientieren kann, um die Richtung zu halten. Verschluckt ein White-Out alle Landschaft, grenzt es an Unmöglichkeit. Neben Karte und Kompass gehört daher auch ein GPS-Gerät zur Navigationsausrüstung, womit regelmäßig die Position erfasst und gegebenenfalls die Marschrichtung korrigiert werden kann (Kompasse z.B. von Silva oder Recta, GPS-Geräte von Garmin). Sicherer Umgang mit Karte, Kompass und GPS sollte Grundvoraussetzung sein!

- Von Küste zu Küste über das Inlandeis, Foto: Martin Hülle -
Kommunikation
In abgeschiedener Winterwelt ist ein Mobiltelefon oft nicht mehr in der Lage einen Kontakt zur Außenwelt herzustellen. Rasch ist man der Zivilisation entflohen. Wer nicht in allen Situationen auf sich gestellt sein möchte, dem ermöglicht es die moderne Kommunikationstechnik heute jedoch, jederzeit mit dem Rest der Welt in Verbindung treten zu können. Auch aus Sicherheitsgründen ist es sinnvoll, diese Möglichkeiten zu nutzen. So kann mit einem SPOT Satelliten Messenger ein Notsignal abgegeben und Hilfe angefordert werden. SPOT ist das einzige Gerät seiner Art und nutzt das GPS Satelliten-Netzwerk um Ihre Koordinaten zu ermitteln und den Standort zu bestimmen – mit einem Link zu Google Maps – und einer vorprogrammierten Nachricht über ein kommerzielles Satellitennetzwerk. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Personal Locator Beacons kann SPOT nicht nur um Hilfe rufen, sondern auch mit den Lieben daheim in Kontakt bleiben. Und weil es zu 100% auf Satellitentechnologie basiert, funktioniert SPOT weltweit, auch da wo Mobiltelefone keinen Empfang haben. Wer noch mehr individuelle Kommunikation haben möchte, der nimmt ein Satellitentelefon mit auf Tour (z.B. bei satrent.de mieten), mit dem ebenfalls jederzeit und an jedem Ort Telefonate möglich sind.

- Schokolade und Tee, Foto: Martin Hülle -
Verpflegung
Tiefe Temperaturen, das Stapfen durch den Schnee, all das macht hungrig. Die Verpflegung bei einer kräftezehrenden Wintertour muss gleichzeitig nahrhaft, von geringem Gewicht und einfach in der Zubereitung sein. Allen voran erfüllen nur spezielle gefriergetrocknete Nahrungsmittel all diese Kriterien (z.B. von Trek’n Eat). Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Energiezufuhr, Geschmack und Praxistauglichkeit unter den besonderen Kochbedingungen.
Ein energiereiches Frühstück und ein guter Start in den Tag ist Peronin, ein kalorienreiches und in warmem Wasser lösliches Nahrungspulver, welches den Körper nur gering belastet und speziell für Arktisexpeditionen entwickelt wurde. Über den Tag verteilt haben sich bei regelmäßigen Pausen Oat Snack Riegel, Schokolade, Brotchips und Nüsse bewährt. Beef Jerkey, mageres Trockenfleisch, ist ebenso eine zusätzliche Delikatesse. Nicht zu unterschätzen ist selbst bei tiefen Temperaturen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch die trockene Luft verliert der Körper über die Atmung viel Flüssigkeit, die wieder aufgefüllt werden muss. Am Abend ist es ratsam, eine “Trekking-Mahlzeit” als Hauptgericht mit Pemmikan anzureichern, einer sehr fetthaltigen Nahrung, die zusätzlich dafür sorgt, die leeren Depots im Körper wieder aufzufüllen.

- Martin Hülle im schwedischen Jämtland -
Zu guter Letzt raten wir dazu, sich langsam den extremeren Winterbedingungen zu nähern und nicht gleich aus dem gut beheizten Wohnzimmer zum Nordpol aufbrechen zu wollen. Sicherer Umgang mit Kälte, Stürmen und White-Out benötigt Erfahrung. Beginnend mit Tageswanderungen, aufbauend über Hüttentouren, kann der Weg hin zu mehrwöchigen Zelttouren in einsamer Wildnis führen. Doch spätestens beim Anblick des ersten Nordlichts am dunklen Nachthimmel wird alle Kälte für eine Weile vergessen sein …
Text & Fotos: Martin Hülle
Martin Hülle ist nicht nur Redakteur des StadtLandFlucht-Magazins, sondern auch immer wieder als Abenteurer in Eis und Schnee unterwegs. Neben unzähligen Winter- und Gletschertouren in Skandinavien und auf Island, hat er bereits zweimal das grönländische Inlandeis überquert.
> Expedition EISWÜSTE 2008
> Grönland Transversale 2006
Eigene Erfahrungen, Gedanken zur Ausrüstung oder einfach nur Fragen zum Thema Wintertouren können gerne über die Kommentarfunktion ausgetauscht werden!

Daumen hoch zum Artikel. Sehr informativ und ich hoffe nun nächste Woche auf Tour nix auf der Packliste vergessen zu haben :)
Gruß Thomas
Hallo zusammen,
toller Winter-Info-Artikel.
Für mich waren vor meiner ersten Wintertour in Skandinavien zwei Dinge schwierig:
1.) Wie bekomme ich eine bezahlbare funktionierende Pulka
2.) Welche Ski-Schuh-Bindungskombination nehme ich.
Gerade zu Punkt 2 würde sich sicher auch nochmal ein Artikel anbieten. Ich hab letztlich mehr aus dem Bauch heraus als aus Wissen einen Madshus Glittertind mit einer Salomon SNS-Bindung und einem Salomon Schuh genommen. Bin da ansich auch zufrieden, frag mich immer nur, was ich machen würde, wenn mir die Bindung verreckt. Da wäre ne Kabelbindung wohl besser.
Und Fischer hat jetzt auch nen richtig schönen Schuh für Kabelbindungen rausgebracht.
CU
Carsten
Schön, dass der Beitrag gefällt!
@Carsten
zu 1.)
Hast Du schon eine Pulka gefunden? Natürlich sind die richtigen guten Pulkas, wie die von Acapulka, tatsächlich richtig gut. Der im Beitrag erwähnte Paris Sled kann aber durchaus als wirklich brauchbare Alternative angesehen werden. Damit haben schon Expeditionen Grönland durchquert … Ein Beispiel für eine hervorragende Modifikation des Paris Sled gibt es in BarleyBreeder’s Blog. > Link
zu 2.)
Die Ski-Schuh-Bindungsfrage wird kontrovers diskutiert. Vom Laufkomfort mag ein modernes System wie Salomon SNS oder Rottefella NNN im Vorteil sein (z.B. besseres bzw. angenehmeres Abrollverhalten des Fußes). “Abschreckend” daran ist jedoch, dass viele Expeditionen solche Bindungen häufig geschrottet haben und diese unterwegs gegen neue (Ersatzbindungen) wechseln mussten. Auf einer meiner ersten Wintertouren (1994 durch den Sarek NP in Schweden) hat mich eine solche Bindung auch mal fertig gemacht … es kam laufend Schnee und Eis hinein und ich hab die Schuhe immer mit einiger Gewalt daraus befreit, weil der Klemmmechanismus so zugesetzt war. Gegen Ende der Tour brach dann in einem Schuh der Haltestift … Schluss mit Skilaufen …
Seitdem bevorzuge ich die klassische Variante – alte Telemarkbindung mit Kabel bzw. Kipphebel für 75 mm Schuhe. Und da es sich bei mir bewährt hat: Never change a running system!
Kaputt gehen kann beides. Und auf einer richtig “harten” Tour sollte man ohnehin eine Ersatzbindung dabei haben, die man dann neu montieren könnte. Dann muss aber auch ein Bohrer, Schrauben und Schraubendreher im Gepäck sein …
Hast Du die Madshus-Ski mit der Salomon-Kombi schon auf einer Tour eingesetzt?
Beste Grüsse, Martin
Hi Martin,
ich hatte die Madshus-Ski und die Salomon-Kombi auf einer Tour in der Hardangarvidda 2008 dabei. Hat soweit gut funktioniert.
Letztlich hab ich die Combi nur wegen dem Schuh so gekauft.
Der Salomon ist bequem und muss nicht eingelaufen werden, was bei den üblichen Verdächtigen im BC-Bereich wohl nicht so ist. Oft bekommt man ja nur so altbackene Leder-Knobelbecher angeboten.
CU
Carsten
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