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Lundhags – Königlicher Hoflieferant

25 November 2009 Kein Kommentar
- Herbstwandern in Jämtland, Foto: Erik Olsson -

- Das Familienunternehmen ist seit jeher in der Natur zu Hause, Foto: Erik Olsson -

Das schwedische Outdoorunternehmen Lundhags ist Hoflieferant von König Carl Gustav, hat seine Wurzeln im Schuhgeschäft und will seine Geschäfte ausweiten. Nachfolgend sprechen CEO Jan-Anders Lundhag und Marketing Director Jonas Hellentin über die Pläne des Unternehmens. (Interview aus Sport + Mode)

Jan-Anders LundhagStadtLandFlucht / Sport + Mode: Hallo Jan-Anders. Sie sind der Enkelsohn des Lundhags-Gründers. Können Sie kurz beschreiben, wie es war, im Outdoor-Business aufzuwachsen?

Jan-Anders Lundhag: Für mich war das ganz normal. Ich lebe in einer Umgebung, in der man seine Freizeit draußen verbringt. Hier oben haben wir nicht die Alternativen, die ein Stadtleben bietet. Daher waren der Wald und die Berge unser natürlicher Spielplatz, als wir jung waren. Angeln und Trekking begeistern uns. Da mein Großvater und später auch mein Vater schon immer mit Schuhen gearbeitet haben, war es für mich immer klar, dass ich in ihre Fußstapfen treten würde. Ich bin im Gegensatz zu meinem kleinen Bruder Mats-Håkan, der heute für den Schuhbereich zuständig ist, kein Schuhmacher von Beruf, aber ich habe als Verkäufer für unser Unternehmen angefangen. Dort habe ich die notwendigen Fähigkeiten erworben, die ich heute zur Unternehmensführung benötige.

Wie begann das Unternehmen, die erste Schuhproduktion?

Die Nachfrage nach guten, zuverlässigen, warmen und bequemen Schuhen war immer da. Mein Großvater hatte von Anfang an die Absicht, Schuhe herzustellen, die ein Leben lang halten. Gerade im Outdoorbereich sind Schuhe essenziell wichtig. Man kann eine Jacke tragen, die etwas zu groß ist, aber die Schuhe müssen perfekt passen. Kein anderes Kleidungsstück am Körper muss so großen Belastungen standhalten wie die Schuhe. Wir starteten unsere Schuhfabrik in Östersund, dem zentralen Ort hier oben in Jämtland, aber später sind wir nach Järpen umgezogen, in unmittelbare Nähe zum großen Skigebiet in Åre. Das war 1973, da war ich noch nicht sehr alt. Wir konnten uns innerhalb kurzer Zeit einen guten Ruf im Outdoorbereich aufbauen und 1988 statteten wir eine Mount-Everest-Expedition mit Stiefeln aus. Heute stellen wir außerdem Bekleidung und Rucksäcke her. Die Schuhproduktion findet noch immer hier in Järpen statt. Tradition und handwerkliches Können sind auch heute noch wichtige Werte in unserem Unternehmen. Manche unserer Kunden tragen ihre Schuhe wortwörtlich ein ganzes Leben, bringen sie dann vorbei, wenn die Stiefel eine neue Sohle brauchen und nutzen sie dann weiter im unwegsamen Gelände des Fjäll.

Ihre Firma hat den Status des Königlichen Hoflieferanten. Was bedeutet das?

Dieser Titel wurde vor langer Zeit von seiner Majestät, dem König von Schweden, verliehen. Er ist eine große Ehre für uns und unsere schwedische Herkunft und Geschichte. Auch heute noch sind wir stolz, diesen Titel tragen zu dürfen. Und wir wissen, dass der König ein gutes Paar Lundhags Schuhe trägt, wenn er auf der Jagd ist. Vor kurzem haben er und seine Familie auch einige unserer Bekleidungsstücke getragen.

- Das Familienunternehmen ist seit jeher in der Natur zu Hause, Foto: Erik Olsson -

- Herbstwandern in Jämtland, Foto: Erik Olsson -

Wo steht ihr Unternehmen heute?

Obwohl immer noch einige Mitarbeiter in unserem Unternehmen den Namen Lundhag tragen, sind die Zeiten des reinen Familienunternehmens Lundhags vorbei. Heute gehören wir einer Investmentfirma und expandieren über Schweden hinaus in den europäischen Outdoormarkt. Zur Positionierung und zum Verkauf unserer Produkte in den Exportmärkten vertrauen wir der Norrwin AB als unserem Investor. Wir arbeiten jeden Tag konzentriert an unserer Marke und unserer Kollektion, um auf einem hart umkämpften Markt, auf dem täglich hunderte von Marken zusammentreffen, erfolgreich sein zu können. Dazu haben wir ein starkes Team mit jungen und erfahrenen Leuten, das täglich unsere Entwicklung weiter vorantreibt.

Welche Produkte stellen Sie her?

Wir sehen uns als vollständiger Anbieter von Outdoorprodukten. Allerdings stellen wir nach dem heutigen Stand keine Zelte oder Schlafsäcke her. Wir haben Bekleidung, Schuhe natürlich und Rucksäcke im Sortiment. Im Winter produzieren wir außerdem Nordic Skates und entsprechendes Zubehör.

In welchen Ländern ist Lundhags bereits aktiv? Was sind die nächsten Schritte des Unternehmens?

Wir halten selbstverständlich weiterhin unsere starke Position in Schweden. Aber wir expandieren stark in allen nordischen Märkten. Wir konzentrieren uns davon abgesehen besonders auf Deutschland, wo wir kürzlich mit Martin Thoma einen Sales-Repräsentanten gefunden haben, der unsere Werte teilt und mit dem wir uns für die Zukunft viel versprechen. Wir beobachten außerdem einige Nachbarländer Deutschlands, wie die Schweiz und Österreich, und wir planen den Eintritt in den britischen Markt.

Jonas HellentinHallo Jonas, Sie sind seit diesem Jahr im Unternehmen. Wie ist Ihre Einschätzung der Marke Lundhags?

Jonas Hellentin: Mein erster Kontakt mit Lundhags war bereits in jungen Jahren, da die Stiefel schon immer eine Art Kultstatus unter den schwedischen Outdoornutzern hatten. Bei den Pfadfindern galt der Besitz von Lundhags-Stiefeln als Indikator dafür, wie ernst man es nahm. Natürlich konnte ich sie mir damals noch nicht leisten, aber als ich als Student mein erstes Geld verdient habe, war ein Paar Lundhags-Stiefel das erste, was ich mir gekauft habe. Und zu meinem dreißigsten Geburtstag bestellte ich mir ein spezialangefertigtes Paar “Professional”, was für mich persönlich ein wirklich luxuriöser Moment in meiner Outdoorkarriere war. Ich glaube, dass vor Lundhags eine fantastische Zukunft liegt. Es gibt viele Erfolgsgeschichten auf dem schwedischen Outdoor-Exportmarkt und ich bin fest davon überzeugt, dass Lundhags in einigen Jahren eine von ihnen erzählen wird. Auf mehrere Arten ist dieses Unternehmen besser ausgestattet als die meisten anderen Unternehmen, die an der Tür zu den Exportmärkten standen. Lundhags hat eine wirklich starke Marke. Es hat eine Geschichte. Es hat die Produkte, die Finanzen, die Qualität und das Knowhow und – am allerwichtigsten – es hat ein Team von Menschen mit der Fähigkeit, erfolgreich zu sein. Meiner Meinung nach sind das sehr gute Nachrichten für die Zukunft.

Wie präsentieren Sie Lundhags in Ländern, in denen die Marke unbekannt ist?

Unsere schwedische Herkunft ist uns sehr wichtig, genauso wie unsere Tradition als Schuhmacher. Wir stammen aus einer Kultur, in der Dinge von Hand und im direkten Kontakt mit dem Endkonsumenten hergestellt wurden und das setzt die Standards für das, was wir heute sind. Qualität, Anpassung und Funktion sind tief in unserer Unternehmenskultur verankert, aber auch Priorität für Service und offene Ohren für unsere Kunden. In einem Unternehmen wie diesem ist meine Arbeit sehr einfach. Denn die Geschichte, die ich erzähle, ist von Beginn an interessant. So kann ich die Geschichte leicht lebendig werden lassen, da nur wenige Schritte von hier, wo wir sitzen, Menschen dabei sind, genau die Schuhe zu produzieren, die unsere schöne Marke erschaffen und ausmachen. Wir können jetzt hinunter gehen und bei der komplizierten und geschickten Arbeit zuschauen, die in jedes einzelne Paar unserer Schuhe gesteckt wird. Wir können die Werkzeuge ausprobieren, die Geräusche hören und den Geruch von Leder wahrnehmen, das in ein Produkt verarbeitet wird und ein ganzes Leben voller Outdooraktivitäten halten wird. Wussten Sie, dass ein Paar “Syncro” aus über 170 verschiedenen Teilen besteht, alle geschnitten, genäht und zusammengesetzt von echten Schuhmachern? Unser jüngster Mitarbeiter im Team arbeitet erst seit 15 Jahren hier und wir nennen ihn immer noch Praktikant.

- Das schwedische Fjäll, Foto: Erik Olsson -

- Das schwedische Fjäll, Foto: Erik Olsson -

Welche anderen Marketing-Instrumente nutzen Sie?

An unserem Produktkatalog und dem Rest unseres Printmaterials für den nächsten Sommer wird gerade gearbeitet. Außerdem werden wir in Kürze mit dem Relaunch unserer Website www.lundhags.se beginnen, genauso wie mit einigen anderen sehr interessanten Internetprojekten, die uns näher an den Endkonsumenten bringen werden. In Kürze werden wir zudem einige spannende Sponsorships starten und wir stellen gerade ein Test-Team zusammen, um unsere Produkte weiter auf neue Ebenen zu heben.

Jonas und Jan-Anders, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihr Unternehmen!

Vor über 75 Jahren stellte Jonas Lundhag die ersten Schnürstiefel und Schuhe in einer kleinen Schuhfabrik bei Östersund in Schweden her. Die Produktion war klein, der Ehrgeiz groß. Die Stiefel sollten erste Wahl für jene sein, die sich durch nichts davon abhalten ließen, einen Tag – oder vielleicht sogar ein ganzes Leben – in der Natur zu verbringen. 35 Jahre später wurde die Fabrik nach Järpen bei Åre verlegt, dem Tor zur Bergwelt Jämtlands. Und dort befindet sie sich noch heute. Inzwischen stellt Lundhags viel mehr her als nur Stiefel, aber das handwerkliche Können steht immer noch an erster Stelle. Lundhags Verhältnis zur Natur ist geprägt von Liebe und Respekt, so dass Nachhaltigkeit und umweltverträgliche Produktion auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Für viele bleibt Lundhags ein Synonym für die besten Stiefel der Welt, ganz gleich, was in Järpen an intelligenter Bekleidung, renommierten Rucksäcken oder preisgekrönter Unterwäsche zudem entwickelt wird. Alles, was Lundhags produziert, folgt demselben Prinzip: Es ist einfach und funktionell.

> Lundhags

Lesen Sie hierzu auch die Produktvorstellung Mit Lundhags hinein ins Abenteuer.

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